Buch: x-teams

Dezember 4, 2009 at 7:01 nachmittags 1 Kommentar


Ich habe gerade das Buch “x-teams” von Deborah Ancona und Henrik Bresman gelesen.

Es geht im Buch um eine besondere Art von Teams, die sogenannten x-teams, die besonders gut in hochkomplexen Umgebungen funktionieren:

  1. x-teams sind innovativ.
  2. x-teams haben in ihrem Lebenszyklus unterschiedliche Schwerpunktsetzungen: Explore, Exploit, Export. Zunächst wird das Umfeld exploriert, um die Situation zu verstehen. Anschließend wird eine Idee oder ein Produkt ausgearbeitet und umgesetzt. Und zuletzt werden die Ergebnisse in den Markt und das eigene Unternehmen exportiert.
  3. x-teams beschäftigen sich nicht primär mit sich selbst, sondern managen stets auch die Beziehungen zu ihrem Umfeld, den Stakeholdern etc.
  4. x-teams haben wechselnde Mitglieder, abhängig von den Lebenszyklus-Phasen.

Diese Eigenschaften basieren auf Untersuchungen erfolgreicher Teams bei Microsoft, BP, P&G, etc. Bei diesen Teams handelte es sich nicht nur um IT-Teams.

Es gibt hier offensichtliche Parallelen zu Scrum oder anderen agilen Ansätzen:

  1. Scrum dient der Entwicklung innovativer Produkte.
  2. Meistens werden bei agilen Ansätzen zwei “Phasen” unterschieden: Envisioning (=Explore) und Entwicklung (=Exploit). Der Export-Teil fehlt hingegen als explizites Element. Ich habe nur sehr fragmentarisches Wissen über die Ursachen, warum eXtreme Programming bei Crysler letztlich beendet wurde. Möglicherweise hat der Export gefehlt?
  3. Scrum sieht den Product Owner als primäre Schnittstelle zur Außenwelt vor, in XP war es der On-Site-Customer. x-teams deuten darauf hin, dass wir diese Schnittstelle nicht zu strikt begreifen sollten. Alle Teammitglieder sollen und dürfen Kontakt zu Anwendern und anderen Stakeholdern haben. Es muss halt nur klar sein, wer letztlich den Geschäftswert einschätzt und die Priorisierung vornimmt.
  4. Wir weisen immer gerne darauf hin, dass Teambildung erhebliche Kosten verursachen kann und man daher nicht jeden Sprint das halbe Team austauschen sollte. Wir sollten es damit aber auch nicht übertreiben und gar keinen personellen Wechsel mehr erlauben.

Aus meiner Sicht liefert das Buch ein paar neue Erkenntnisse und Denkmodelle, aber nichts gravierend Neues. Dadurch hat es sich für mich dann auch nicht so interessant gelesen.

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