Buchtipp: The Lean Startup

Oktober 25, 2011 at 8:42 nachmittags 3 Kommentare


Wie können wir schneller lernen, ob Produktideen erfolgreich sein können oder nicht? Dieser Frage geht Eric Ries in seinem Buch “The Lean Startup” nach. Er fordert sogenanntes “Validated Learning”: Man formuliert seine Annahmen in der sogenannten Customer-Problem-Solution-Hypothese (welche Anwendergruppe hat welches Problem und wie gedenken wir es zu lösen) und definiert ein “Minimal Viable Product” (MVP, Minimal Brauchbares Produkt), mit dem man seine Hypothese überprüft. Das Ziel des MVP besteht darin, Annahmen zu überprüfen und lernen und das möglichst schnell. Man erstellt also ein MVP, dass so rudimentär ist, dass es fast nicht funktionieren kann – fast. Wenn wir (nach vielen Fehlschlägen) dann Hypothesen gefunden haben, die sich bestätigen, baut man das MVP schrittweise in Richtung eines richtigen Produktes aus.

Eine Besonderheit sind dabei die extrem kurzen Zyklen, die man anstrebt. Wir haben erst vor wenigen Tagen an einem halben Tag eine Customer-Problem-Solution-Hypothese definiert und ein MVP entwickelt.

Offensichtlich ist dieser Ansatz nicht nur dann sinnvoll, wenn man ein Startup gründet. Passend dazu definiert Eric Ries Startup als Produktentwicklung unter großer Unsicherheit. Das Buch adressiert als das Startup in der Garage genauso wie eine Produktneuentwicklung in einem Konzern.

Ich finde, das Buch ist sehr gut geschrieben und es stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unserer Branche dar. Allerdings fokussiert das Buch darauf, den Leser vom grundsätzlichen Ansatz zu überzeugen. Es bleibt manchmal etwas schwammig, was man konkret machen soll/kann. Außerdem handeln die meisten Beispiele von Internet-Anwendungen. Für andere Produkttypen ist etwas mehr Transferleistung notwendig. Bestimmt kommt demnächst ein Nachfolgebuch “Implementing the Lean Startup” heraus, in dem konkret beschrieben wird, wie man es denn nun macht. Trotzdem ist auch dieses Buch absolut empfehlenswert.

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