Gute Entwickler

November 26, 2006 at 6:28 pm 1 comment


Bei den XP-Days war es bei der Fishbowl-Session zu Agile 2.0 explizit ein Thema, bei anderen Vorträgen stand die Frage implizit im Raum: Wie wird man eigentlich ein guter Entwickler?
Es rief keinen Widerspruch hervor, als ich behauptet habe, die Unis würden keine nennenswerten Programmierfähigkeiten vermitteln. Ich finde das absurd: Wenn etwas im Kern aller Einzeldisziplinen der Informatik steht, dann doch wohl Programme und die muss doch auch jemand programmieren. Aber im Moment sind die Unis wohl nicht der Ort, um ein guter Programmierer zu werden. Also muss man das Programmieren wohl außerhalb der Uni lernen. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Neben dem Studium oder nach dem Studium. Im Autismus-Mode wird das nur begrenzt gehen: Man braucht Partner, von und mit denen man lernen kann.
Da finde ich es sehr schön, dass vermehrt Lernformen auftreten, die genau das ermöglichen: Programmieren lernen.

  • Im Coding-Dojo lernt man durch Beobachten anderer Entwickler das Programmieren. Das kann mit oder ohne Pair-Programming und mit oder ohne testgetriebener Entwicklung (TDD-Dojo) geschehen.
  • Im Coding-Tournament treten Programmierpaare gegeneinander an, um Bots zu programmieren, die dann gegeneinander spielen – im Fall der XP-Days Indian Poker.

Ich habe jetzt ein paar solcher Veranstaltungen selbst mitgemacht/veranstaltet und habe erlebt, wieviel man dort in sehr kurzer Zeit lernen kann – und das mit jeder Menge Spaß. Ich halte Coding-Dojos und Coding Tournaments auch für eine Klasse Idee, um sie innerhalb von Firmen zur internen “Weiterbildung” durchzuführen.
Ein TDD-Dojo bieten übrigens Henning Wolf und ich gemeinsam auf der ix-Konferenz in Frankfurt am 30.11.06 an.

Entry filed under: Uncategorized. Tags: .

NEZIAK als neue Methode der Softwareentwicklung? Die Fehler von Microsoft

1 Comment Add your own

  • 1. Marko Schulz  |  November 27, 2006 at 1:21 pm

    Alistair Cockburn betont immer wieder, dass der handwerkliche Anteil der Softwareentwicklung heute in der Ausbildung zu sehr vernachlässigt wird, man beschränke sich auf “Höheres”: Architekturen, Konzepte, Management.

    Ich denke er hat damit Recht. Manche Fertigkeiten werden wenig gelehrt, bei einigen Themen (z.B. Ergonomie, Datenbanken), wird ausführlich über Konzepte geredet und nur wenig auf die praktische Anwendung eingegangen.

    Alistair arbeitet wohl derzeit an einen Universitätskurs über die “Foundations for software engineering”, in denen er auch stärker diese handwerklichen Fertigkeiten berücksichtigen will.

    Da ich die – in den letzten Jahren stärker betonte – Sicht des Uni-Studiums als Berufsausbildung kritisch sehe, bin ich mir nicht ganz sicher, ob dies mit der Uni den richtigen Adressaten hat; aber unabhängig davon sehe ich auch das Gleichgewicht im Studium nicht mehr gewahrt, wenn diese Aspekte dort so sehr ausgeklammert werden wie derzeit.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed



%d bloggers like this: