Präsentieren mit ZEN

November 24, 2008 at 9:15 am Leave a comment


Ich bin vor einigen Wochen durch Zufall auf das Buch “ZEN oder die Kunst der Präsentation” von Garr Reynolds gestoßen. Bevor ich es bestellen konnte, bekam ich es auch schon geschenkt, und zwar von einem Konferenzveranstalter. Nach dem Motto: “Guck’ mal, vielleicht kannst Du damit die Präsentation bei uns noch besser machen.” Nette Idee. Dummerweise kam das Buch erst nach der Abgabefrist für die Folien bei mir an.
Natürlich habe ich das Buch trotzdem gelesen – mit wachsender Begeisterung. Mir war schon länger bewusst, dass die klassische Form der Power-Point-Präsentation häufig suboptimal ist. Daher hatte ich selbst verschiedene Dinge versucht – weniger Text auf den Folien, keine Folien etc. Das schienen mir auch Schritte in die richtige Richtung zu sein. Und in genau diese Richtung geht auch das Buch: weniger Text, keine Bullet-Point-Listen, Vortragender im Vordergrund etc. Aber es deutlich über das hinaus, was ich mir da zusammenexperimentiert habe.

In diesem Sinne ist es ein sehr gelungenes Buch für multimedial-unterstützet Präsentation (also i.d.R. mit Power-Point oder Keynote). Ich habe in zwei Vorträgen die beschriebenen Ansätze ausprobiert und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gibt es auch einen Haken an der Sache? Klar, gleich mehrere.

  1. Da man viel weniger Text auf den Folien hat, muss man entweder seinen Vortrag sehr gut kennen oder mit Karteikarten arbeiten. Die Folien helfen einem nicht mehr so sehr dabei, sich zu erinnern, was man sagen wollte. Aber eigentlich sollte man seinen Vortrag ja doch schon gut können, oder?
  2. Man muss mehr Zeit in die Vorbereitung stecken. Ich kann einen Vortrag voll mit Bullet-Point-Listen in wenigen Minuten zusammenbasteln. Für Präsentieren mit ZEN brauche ich Stunden. Allerdings: Wenn ich die ganzen Mühen auf mich nehme, um z.B. auf einer Konferenz zu sprechen (Vortrag einreichen, An- und Abreise etc.), sollte ich dann nicht das Maximum aus der Zeit herausholen, die ich habe? Wenn das, was ich zu sagen habe, mitunter 100 Leute oder mehr interessieren soll, sollte ich das Publikum dann mit schlechten Folien quälen, um ein paar Stunden Zeit zu sparen?
  3. Die Folien müssen optisch attraktiv gestaltet werden und das bedeutet für die meisten von uns, dass wir Bilder kaufen müssen. Gemessen an der Zeit für Vorbereitung, Overhead und Vortrag sind die Kosten dafür aber nicht so hoch. Im Buch gibt es Hinweise auf verschiedene Dienste, die Bilder verkaufen.

Auf dem Buch-Cover steht ein Zitat von Seth Godin: “Dieses Buch dürfen Sie keinesfalls kaufen! Denn sobald alle Menschen bessere Präsentationen gestalten, gehen meine in der Masse unter…” Ich glaube, da muss Seth Godin keine zu große Angst haben. Die meisten Leute werden wahrscheinlich durch die o.g. drei Punkte abgeschreckt. Unberechtigt, aber irgendwie auch gut für diejenigen, die sich nicht abschrecken lassen.

Meine Empfehlung: Wer mit Power-Point/Keynote präsentieren will oder muss, sollte dieses Buch lesen.

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Wann auf TDD verzichten? Pecha Kucha

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