Sprints, Missionen und Motivation

May 22, 2010 at 9:08 pm Leave a comment


In Scrum wimmelt es nicht nur von Feedbackschleifen (täglich im Daily Scrum, über das Produkt im Sprintreview, über das Vorgehen in der Retrospektive), sondern auch von Möglichkeiten, Missionen zu definieren.

Ein Release definiert eine Mission: Wir wollen mit dem System Live sein bis Datum X und wollen damit Ziel Y erreichen. Das ist relativ offensichtlich.

Eine Ebene darunter können wir die Sprints benutzen, um Missionen zu definieren. Besteht das Sprintziel nicht einfach nur darin, ein Sammelsurium von Anforderungen umzusetzen, sondern darin, ein fokussiertes Ziel zu erreichen, stiftet das Sprintziel die Mission. Ein Beipiel für ein solches Sprintziel könnte sein: “Wir haben die Review-Funktion von CodersDojo.com soweit fertig gestellt, dass wir selbst damit arbeiten mögen.”

Und selbst im Daily Scrum kann das Team seine Mission für den Tag definieren, z.B. “Heute schaffen wir es, dass die Reviews eingegeben und gespeichert werden können.”

Gut definierte Missionen erhöhen die Motivation der Beteiligten ganz erheblich und führen so zu deutlich höherer Produktivität. Denn man weiß heute, dass Motivation nicht durch Geld hergestellt wird, sondern durch

  • Autonomy: Das Team entscheidet, welche Tasks es in welcher Reihenfolge wie erledigt.
  • Purpose: Die Aufgabe und das Ziel erscheinen dem Team sinnvoll über das reine Geldverdienen hinaus.
  • Mastery: Das Team “brennt” für das, was es tut.

Autonomy wird in Scrum dadurch hergestellt, dass das Team und nur das Team bestimmt, wie es innerhalb des Sprints vorgeht. Gut definierte Missionen können Purpose und Mastery ganz erheblich unterstützen. Zu dieser Sicht auf Motivation siehe den ainimierten Vortrag “Drive” auf YouTube. Nicht nur der Inhalt ist interessant, auch die Form der Visualisierung ist absolut sehenswert.

Der Missionsgedanke hat mich übrigens vor einiger Zeit dazu bewogen, einem Kunden zu empfehlen, seine Sprintzyklen von 2 auf 4 Wochen zu verdoppeln. Dem Kunden war es seinerzeit nicht möglich, 2-wöchige Sprints mit einer motivierenden Mission zu versehen. Die Mitarbeiter waren entsprechend “gelangweilt”. Mit 4-wöchigen Sprints war es aber möglich. Mir schien es in dem Kontext sinnvoll, etwas Feedback zu opfern und dafür höhere Motivation zu bekommen.

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Zombie Kanban, or: Don’t forget the soul! Scrum, Teamwork und Spezialisten

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