Buchtipp: “Software in 30 Tagen”

January 5, 2014 at 7:31 pm Leave a comment


Die beiden Scrum-“Erfinder” Ken Schwaber und Jeff Sutherland haben 2012 ihr erstes gemeinsames Buch mit dem Titel “Software in 30 Days” veröffentlicht. Ich habe das Buch ins Deutsche übertragen. Es trägt – wenig überraschend – den Titel “Software in 30 Tagen“. Das Buch richtet sich an Manager und will diese von Scrum überzeugen.

Holger Koschek hat bereits eine ausführliche Besprechung des Buches in seinem Blog veröffentlicht. Holger bemängelt Schwächen in der Übersetzung. Ich freue mich über konkrete Verbesserungsvorschläge für eine eventuelle zweite Auflage der deutschen Ausgabe: Einfach E-Mail an: stefan.roock AT it-agile.de (Oder: wer mir das Buch mit entsprechenden Annotationen zusendet, bekommt von mir ein frisches Exemplar zurück).

Ich möchte über Holgers Buch-Beschreibung hinaus auf ein paar Punkte hinweisen, die mir beim Übersetzen durch den Kopf gingen:

  1. Das Buch führt eine Reihe von interessanten Fallbeispielen an. So kann man z.B. lernen, wie es für Adobe möglich und sehr effektiv war, auch in einem Multi-Team-Setting in jedem Sprint vollständig integrierte auslieferbare Produktinkremente herzustellen.
  2. In den Fallbeispielen sind die Product Owner immer hochrangige Manager und nicht umgeschulte Business-Analysten, die zu vorgegebenen Features die Details aufschreiben. Ich habe über die Besetzung der Product-Owner-Rolle hier gebloggt.
  3. Die Sprints in den Fallbeispielen sind relativ lang (eher Monatssprint als 2-Wochen-Sprints). Das harmoniert meiner Meinung nach sehr gut mit der Besetzung der Product Owner-Rolle durch Top-Manager. Auch über die Sprint-Länge habe ich an anderer Stelle gebloggt.
  4. Zu den langen Sprints passt die Sichtweise auf Sprints als Investitionseinheit. Jeder Sprint soll einen positiven ROI (Return on Investment) haben und wenn der Product Owner nach dem ersten Sprint des Projekt beendet, soll er trotzdem ein Produkt haben, das er einsetzen kann und dessen Wert die Kosten des Sprints übersteigen.
  5. Wie Holger bereits schreibt, zieht sich das Thema empirisches Management als roter Faden durch das Buch. Ich denke, dass dem Aspekt des empirischen Managements in der Praxis immer noch zuwenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Eine Kurzeinführung in empirische Prozesskontrolle findet sich z.B. hier. Was das für die Scrum-Meetings bedeutet, habe ich in einem Blog-Post beschrieben.
  6. Im zweiten Teil des Buches geht es um verschiedene “Implementierungsweiten” von Scrum: Scrum auf Projektebene (Scrum PRN), Einrichtung einer dauerhaften Organisationseinheit zur Durchführung von Scrum-Projekten (Scrum Software Studio), Scrum für das ganze Unternehmen (Enterprise Scrum).
  7. Und zum Abschluss gibt es Hinweise, wie Scrum mit Scrum eingeführt werden kann.

Der erste Teil des Buches ist meiner Meinung nach eine für Manager verständliche Einführung in Scrum. Der zweite Teil des Buches kann auch für erfahrene Praktiker die eine oder andere Inspiration liefern.

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